TalkTIPP

Kulturelle (R)Evolution in der Arbeitswelt

Das Internet und besonders die neuen Web-Anwendungen wandeln unsere Erwartungshaltung nachdrücklich und damit auch die Arbeitswelt.

Wie so dauert das denn so lange?
Im Web gibt es z.B. eine App dafür.
Wieso ist das denn so umständlich?
Auf meinem Smartphone geht das ganz einfach.
Warum ist das denn so überladen? Auf meinem portablen PC sieht das viel übersichtlicher aus?
Wieso muss ich mir denn erst noch ein OK holen, damit ich den Kollegen von der anderen Abteilung zur Problemlösung hinzuziehen darf?

Diese und ähnliche Fragen zeigen den Druck auf die Verantwortlichen der Informationstechnologie als auch die Manager in den Firmen.
Man ist nicht mehr gewillt, auf effizientere Anwendungen lange warten zu müssen.
Zudem sollen sie Spaß bei der Bedienung machen, Apple lässt grüßen.

Dank der Facebooks, Google+, Xings und anderer sozialer Netzwerke sind auch die Lösungsfindungen beschleunigt.
Wer mit anderen Experten gut vernetzt ist, hat schnell für den Kunden einen Vorschlag.
Und versteht nicht, warum er auf hierarchische Kommandostrukturen Rücksicht nehmen soll.

Zudem ist die Welt inzwischen so komplex geworden, dass Themen meist nur im Verbund von Experten bearbeitet werden können.
Damit wandelt sich die Rolle des Chefs weg vom Vorturner hin zum Moderator seines Teams.

Er muss dafür sorgen, dass die Werkzeuge und Methoden für ein effektives und effizientes Kommunizieren und Arbeiten funktionieren.
Hinzu kommt, dass die Generation-Y, die mit diesen neuen Kommunikationstechnologien aufgewachsen ist, wenig Interesse an einem Klettern auf der Karriereleiter hat.

Lieber verdient sie weniger, hat dafür aber mehr Spaß beim Arbeiten an interessanten Aufgabenstellungen. Und kann auch Arbeit mit Familie und Freizeit flexibel ausbalancieren.
Aufgrund der Verfügbarkeit der Firmendaten über das Internet geht es bei Vielen auch nicht mehr um eine Anwesenheitspflicht in den Firmenräumen.
Das vereinbarte Ergebnis kann immer mehr vom Homeoffice aus in freier Zeiteinteilung erstellt und abgeliefert werden.

Wer in solcher Weise selbstgesteuert und selbstverantwortlich arbeiten kann, ist in hohem Maße intrinsisch motiviert.
Allerdings kann das auch wieder negative Auswirkungen haben.
Wenn Arbeit und Freizeit zu sehr verschmieren und der Druck auf die Menge an Arbeitsergebnissen hoch ist, ist der Burn-Out nicht weit.

Dabei ist es egal, ob die zu hohen Ziele selbstgesteckt waren oder durch Vereinbarungen im Team oder mit dem Chef erfolgten.
Wenn zu viel unter Stress gearbeitet wird und zudem die Erholung auf der Strecke bleibt, leidet die Gesundheit.
Ein zu viel des Guten rechnet sich also weder für den Mitarbeiter noch für die Firma gut.

Fazit: Das Internet führt zu einem kulturellen Wandel hin zu einer flexibleren und vernetzteren Arbeitswelt mit höher motivierten Mitarbeitern in flacheren Strukturen.
Zumindest dort, wo kreativ gearbeitet wird und weniger repetativ.

Autor: Dr. Martin Bartonitz

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TalkTIPP N° 517

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