TalkTIPP

Kooperation statt Konkurrenz?

Der Volksmund spricht: „Konkurrenz belebt das Geschäft“.
Götz Werner, Gründer der Drogeriekette DM, ergänzt: „…, keine noch mehr“.
Von Kindesbeinen an lernen wir, besser sein zu müssen.
Denn der Ernst des Lebens beginnt spätestens nach der Ausbildung, so wird uns eingetrichtert.
Und wer es sprichwörtlich nicht bis zum Meister schafft, findet sich schnell am unteren Ende der Gesellschaft wieder.
Das Hartz-IV-Schwert hängt imaginär über unseren Köpfen.
Also sehen wir zu, dass wir im Hamsterrad ordentlich zu Recht kommen.
So beginnt der Leistungskampf um die besten Plätze inzwischen schon im Kindergarten.
Aufgrund der aktuellen Krisen, deren Ende nicht in Sicht ist, überdrehen aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, immer mehr Menschen.
Die Statistiken der Krankenkassen sehen übel aus.
Ca. ein Viertel der Arbeitstätigen ist entweder an Depression oder anBurn-Out erkrankt oder war es.
Kaum mehr kennt Jemand keinen Fall in seinem Bekanntenkreis.
Macht uns unsere Konkurrenz- und Leistungskultur am Ende kaputt?
Ist es denn wirklich so, dass Konkurrenz das Geschäft belebt?
Aus Sicht des Konsumenten scheint es auf den ersten Blick gut zu sein, wenn auf Grund des Konkurrenzdrucks Produkte günstiger angeboten werden.
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Nur auf wessen Kosten geht das?
Einerseits werden Löhne gesenkt, womit die Kaufkraft sinkt.
Andererseits wird die Qualität der Waren gesenkt, was sie weniger lange leben lässt.
Also unterm Strich nichts gewonnen.
Besonders schlimm in Hinsicht auf Nachhaltigkeit, wenn eine eingebaute Zerstörungsspanne eingebaut ist.
Die Betriebswirte lernen zwar anfangs, dass Konkurrenz gut ist.
Aber zum Ende der Ausbildung lernen sie, was anzustellen ist, damit durch aktiven Ausbau des Konkurrenzdrucks man am Ende als Monoplist da steht.
So lässt sich dann als Sieger der Preis diktieren. Und wieder hat der Konsument das Nachsehen.
Hat Herr Werner also Recht, wenn er meint, dass die Geschäfte besser laufen, wenn es keine Konkurrenz gibt?
Sollte der Markt besser mittels Kooperation funktionieren?
Ich bin überzeugt, dass auch hier das Prinzip des ausgewogenen Yin und Yang gilt: „Soviel Kooperation wie möglich, so wenig Konkurrenz wie nötig.“
Der Wettberwerb ist ein wichtiges Element in der Evolution. Es dient der Weiterentwicklung.
Das hatte schon Darwin mit seiner lange verschollen gewesenen, zweiten Theorie gut erklären können.
Mit seiner ersten Theorie des Überlebens des best Angepassten konnte er nicht erklären, warum sich besondere Merkmale entwickeln konnten, die eher hinderlich waren.
Zum Beispiel der große und sehr schöne Schwanz des Pfaus, die übergroßen Geweihe der Hirsche.
Diese Zeichen sind Fitnesszeichen wie „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht, …“.
Darwin sah durch die Partnerwahl des Weibchens die Selektion von Zeichen größerer Fitness.
Das Weibchen hat weniger Chancen, sich fortzupflanzen als das Männchen. Also muss es wählerischer sein.
Muss die guten Gene finden, die das Überleben der eigenen Nachkommenschaft wahrscheinlicher macht.
Zur Zeit Darwins war diese These nichts für die damalige Männerwelt.
Weil die Frau wählt, würde der Mann sich entwickeln?
Das ging nicht, also war diese These bis in die 1990er Jahre einfach verschollen.
Aber das Weibchen wählt noch nach einem weiteren wichtigen Kriterium:
Würde das Männchen den Nachwuchs schützen und sich sorgen?
Hier kommt das Element „Kooperation“ ins Spiel.
Während der Wettbewerb dazu führt, dass sich die Paarungspartner anstrengen, möglichst fit zu scheinen, sorgte der Überlebenstrieb dafür, kooperativ zu sein.
Zuerst in der Kleinfamilie, später im Clan, dann in der Region, heute im Staat.
Der nächste Schritt wäre konsequenterweise die Weltgemeinschaft.
Wenn wir die beiden Pole Konkurrenz und Kooperation nicht im Gleichgewicht halten, dann führt das unweigerlich zu Problemen.
Fehlt es am Wettbewerb, wird es nichts mit der Weiterentwicklung.
Stagnation halt.
Fehlt es an der Kooperation, werden unsere Kräfte unnötig im Kampf bis hin zum Krieg unnötig verschlissen.
Übrigens sind viele Arten ausgestorben, deren Fitness Symbole sprichwörtlich auswüchsig wurden.
Hoffen wir mal, dass uns das erspart bleibt. Bei all der Rüstung, die wir konkurrierend betreiben.
Anstatt uns kooperativ um die Deckung der Grundbedürfnisse aller Menschen unserer Mutter Erde zu kümmern.
Inzwischen denken viele Menschen so und organisieren sich entsprechend kooperierend.
In einer Studie Ende der 1990 Jahre zeigten Paul Ray und Sherry Anderson auf, dass die nach ihnen benannten Kulturell-Kreativen (Cultural Creative People) überall auf der Welt in großer Zahl aktiv sind.
Nur sie (wir) wüssten nicht von einander (ihnen).
Eigentlich wundert mich das nicht.
Woher sollten sie auch von einander erfahren, wenn in unseren Medien nur die reißerischen Berichte publiziert werden?
Autor: Dr. Martin Bartonitz

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TalkTIPP N° 375
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