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Was kaum einer weiß:  „made in Germany“ 
sollte in England die Konsumenten vor den Billigwaren aus Deutschland schützen. 
Wie das?
Nun, da müssen wir die Zeit bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückspulen. 
Damals war England die Weltmacht, die 50% der Erde kontrollierte. 
Der Handel mit den kontrollierten Ländern machte das Land reich. 
Zudem hatte England sich durch die Entwicklung erster wirklungsvoller Dampfmaschine durch den Schotten James Watt ab 1770 einen großen technologischen Vorsprung herausgearbeitet.
In Deutschland nahm die Industrialisierung erst zur Mitte des 19. Jahrhunderts Fahrt auf. 
Damit spielte Deutschland für das britische Empire die Rolle, die heute China in den letzten Jahren für die westliche Welt spielte. 
Die deutschen Nachahmerwaren waren billig, und eben von mangelnder Qualität.
So sah sich die englische Regierung gefordert, ihre Konsumenten vor diesen Waren zu schützen und beschloss 1887 denMerchandise Marks Act 1887. 
Importwaren mussten ab jetzt entsprechend gekennzeichnet sein.
Klar, was passierte. 
Diesen Makel wollen Verlierer im Wettbewerb in der Regel nicht auf sich sitzen lassen. 
Und so wurde überall in Deutschland eine Qualitätsoffensive gestartet. 
Und es dauerte nicht lange, da waren die Waren genauso gut und dann besser, aber preislich immer noch billiger.

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So war „made in Germany“ am Ende ein Gütesiegel.
Dieses Siegel durchlebte allerdings im 1. und 2. Weltkrieg allerdings nochmals ein Tief. 
Es half den Bürgern die Waren des Kriegsgegners zu boykotieren.
Aber seit dem zweiten Weltkrieg hatte sich dieses Gütesiegel weiter gefestigt. 
Im Zuge der Globalisierung dann auch weltweit. 
Und am Ende war Deutschland Exportweltmeister.
Mittlerweile werden allerdings deutsche Produkte nicht mehr komplett in Deutschland gefertigt, in großen Teilen nur noch bis zu 30-40%. 
So kommt ein „made in Germany“ nicht mehr wahrheitgetreu an. 
Also stiegen viele Firmen auf eine andere Labelung um, z.B. „designed by Germany“.
Bei meiner Recherche zu diesem Thema ist mir allerdings eine unangenehme Konsequenz aufgefallen.
Eine, die zu einem Thema führt, das in Deutschland seit dem Ende des 1. Weltkrieges gezwungenermaßen ein Tabuthema ist. 
Als die amerikanischen und britischen Großunternehmer nicht mehr übersehen konnten, dass sich Deutschland anschickte, ein gleichwertiges Technologieland zu werden, sahen sie ihre wirtschaftliche Vormachtstellung gefährdet. 
Nun, was sich daraus entwickelte, ist dann definitiv eine andere Geschichte.
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TalkTIPP N° 357
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